Eugenische Phantasmen. Eine deutsche Geschichte

Am Mittwoch, dem 9. April 2025 um 18:30 Uhr findet in der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte die Buchpräsentation "Eugenische Phantasmen. Eine deutsche Geschichte" statt.

Einladungsfolder (PDF)

Programm:
Begrüßung
Marc Drews | Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universität Wien

Einleitende Worte
Dietlind Hüchtker | Sprecherin des Forschungsschwerpunkts Frauen*- und Geschlechtergeschichte

Zum Buch
Dagmar Herzog | Distinguished Professor of History am Graduate Center, City University New York

im Gespräch mit

Vanessa Tautter | Leitung des Disability History Project, Haus der Geschichte Österreich

Im Anschluss laden wir zu Brot und Wein

Zum Buch:
Dieses Buch ist ein Experiment. Es unternimmt den Versuch, eine Geistesgeschichte der geistigen Beeinträchtigung zu schreiben, indem es die Debatten über den Wert behinderten Lebens nachzeichnet, wie sie in den letzten 150 Jahren  geführt wurden. Abgrund dieser Epoche war ein schier unvorstellbares Massenmordprojekt, das eine komplexe Vorgeschichte hat und eine erstaunlich lange Nachgeschichte. Die Eugenik zu verlernen, hat sich in Deutschland als ein außerordentlich zäher Prozess erwiesen, der bis heute nicht abgeschlossen ist.
Dagmar Herzog schildert die immer wiederkehrenden Konflikte über die Deutung von Fakten und die daraus zu ziehenden praktischen Konsequenzen. In diesen sowohl politisch als auch emotional hoch aufgeladenen Auseinandersetzungen vermischten sich Konzepte aus Medizin und Pädagogik mit religiös-theologischen Vorstellungen, aber auch mit solchen über Arbeit und Sexualität, menschliche Verwundbarkeit und wechselseitige Abhängigkeit. Wie soll man über die Mitbürger*innen mit den unterschiedlichsten kognitiven Beeinträchtigungen und psychiatrischen Diagnosen denken und fühlen? Wie mit ihnen umgehen? Indem die Deutschen über diese Fragen stritten, rangen sie stets auch um ihr Selbstverständnis als Nation.

Dagmar Herzog: Eugenische Phantasmen. Eine deutsche Geschichte
Suhrkamp, Berlin 2024

Wissenschaftsbuch des Jahres 2025 (Longlist)

Zur Autorin:
Dagmar Herzog ist Distinguished Professor of History am Graduate Center der City University New York und Autorin zahlreicher Publikationen zur Sexual- und Geschlechtergeschichte der Moderne, zur Holocaustforschung und zur Geschichte der Religion. 2023 wurde sie mit dem Sigmund-Freud-Kulturpreis ausgezeichnet.


* at the Library ist die Veranstaltungsreihe der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte und umfasst u.a. Ausstellungen, Buchpräsentationen und Podiumsdiskussionen.

Kooperationspartner:
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universitätsbibliothek Wien
Forschungsschwerpunkt Frauen* und Geschlechtergeschichte, Universität Wien

Organisation: Natascha Bobrowsky, Marc Drews und Paula Lange